Endlich wieder ein Nordderby

(18.04.2026)
Heute gab es endlich mal, nach fast unendlichen sieben oder acht Jahren, ein Nordderby. Was hängen die dummen Hamburger auch so lange in der zweiten Liga? Das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und besorgte mir vor einigen Wochen schon eine Karte. Meine große Laura (17) hat ja eine Dauerkarte und kann immer hin. Weil ich in den Medien immer nur was von Hochrisikospiel hörte, wollte ich nicht, dass sie mit den Öffis hin fährt. Selbst mit der Fähre war es mir zu unsicher. Und weil es auf den Straßen voll sein wird, schlug ich vor, sie und ihre Freunde mit der Yacht hinzubringen. Nahmen sie auch gerne an. Vanessa (18) hatte auch schon Angst um ihre Knutschkugel, wie sie ihr Auto nennt. Da hätten auch nicht wirklich alle reingepasst.

Gegen Mittag fuhren wir dann los, weil es auch eine Choreo geben sollte, wo wir mitmachen wollten. Alle sollten dazu oben grün anziehen, was wir auch taten. Beim Start musste ich noch kurz abbremsen, weil mir die Werder-Fähre in die quere kam. Dann konnte ich aber Gas geben und fuhr ihnen davon. Die Jungs, wie auch Laura und Eslem (alle 17) hielten ihre Schals hoch und sangen ihre Lieder. Der Sverre brüllte noch, dass Hamburg heute eins aufs Maul bekommt. Im Hafen vor dem Stadion gab es ein kleinen Stau, weil auch andere die Idee mit der Yacht hatten. Ist auch bequemer und sicherer, als mit Bus und Bahn oder gar zu Fuß.

Die Choreo war der Hammer und wir sangen unsere Lieder. Das Spiel begann und ich freute mich wie ein kleines Schulmädchen. Es kribbelte mir im ganzen Körper. Saß ja auch ewig nicht mehr im Stadion. Kam mir vor, als wär ich noch nie dagewesen. Die Gäste feuerten Rauchbomben ab und das Stadion füllte sich mit Rauch. Kurz wurde das Spiel unterbrochen und am Ende stand es 3:1 für uns. Sverre hatte also Recht behalten und auch genauso getippt. Das Stadion leerte sich und so einige Gäste (Hamburger) zündeten Feuerwerk an, dass quer über den Rasen flog. Unsere Kurve feierte die Spieler und die bekamen etwas ab. Verletzt wurde zum Glück niemand, aber war trotzdem der Hammer. Das Feuerwerk so weit fliegen kann, echt Krass.

Draußen warteten wir den Ansturm an der Fähre ab und fuhren dann mit meiner Yacht an ihnen vorbei. An Pier2 hielt ich nochmal kurz an und sagte, dass ich zum Theater rüber gehe. Da war ich aber nicht, sondern bin schnell mit der Bahn ins BSAG-Depot gefahren. Da ich im Stadion so einiges an Bier getrunken hatte, wollte ich mein Dienst in der Nacht kurzfristig verschieben. Wollte ja eigentlich nicht so viel trinken, aber bei dem Spiel und den Fans neben mir, ähm ja. Es war auch kein Problem gewesen und ging schnell wieder zurück zur Fähre. Da hatten sich die Mädels und Jungs schon mit Bier eingedeckt und begrüßten mich etwas lallend. Ich fuhr auch etwas Schlangenlinig weiter und wieder an der Fähre vorbei. Auf ihr war Big-Party und alles grölte auf ihr. Wir zeigten auch wieder die Schals und sangen: "Werder Bremen, Ole!" Das taten allerdings auch einige am Ufer und feierten kräftig.

Irgendwie kam ich nicht so richtig vorwärts mit der Yacht und fuhr halb neben der Fähre her. Kurz vor der Einmündung zur Lesum konnte ich wieder richtig Gas geben und schnitt die Fähre beim  einbiegen. Am Hafen angekommen, torkelte Eslem von Bord. "Fall nicht rein!" oder so, sagte ich noch. Sie torkelte und lachte weiter und plumps, da lag sie samt Klamotten und Rucksack im Wasser. Sie schwamm schnell an Land und knurrte, dass sie doch so in Pool wollte und nicht in Fluss. Sie trug wieder Lederjacke und Jeanshose. Ich packte noch schnell die Sachen auf der Yacht zusammen und schloss sie ab. Langsam gingen Laura, Sverre und ich (Natalie, 31) nach Hause. Zuhause schwamm Eslem schon im Pool und die anderen rauchten in der Sitzecke eine. Ohne lange zu zögern, fasste ich Laura an und wir hüpften in Pool. Ich mit Lederhose, Heels, Trikot und meiner grünen alten Werder Bremen Regenjacke und sie in Jeanshose, Sneaker und ihrem grünen Werder Hoodie. Danach folgten uns auch die anderen, samt Klamotten.

Die Mädels hatten in den letzten Wochen immer wieder neue Werder-Songs aufgenommen und spielten sie heute alle ab. Fast eine Stunde liefen sie. Mich freute es, weil sie sonst immer nur Blödel-Songs machen, wie zum Beispiel: Die Kackwurst in Form eines Trucker-Songs, Olaf und der Schatz in der Nase oder Sophie die kleine Furzkanone - Sie hebt ab. Oder auch Regidiegiedongdading. Hören sich alle nicht schlecht an, aber naja. Der letzte Werder-Song hatte den Sieg von heute schon inne und ich staunte. Da meinte Laura, dass sie den Song in beide Richtungen aufgenommen hätten und jetzt die Sieges-CD eingelegt haben. Allerdings war auf dem Song auch zu hören, dass wir mit der Yacht fahren, wie es auch war. Die hatten es also schon geplant gehabt, mehr oder weniger, die Schlingels. Mich freute es aber und feierte mit ihnen den Sieg.

Wir feierten aber auch nur solange die CD lief, weil die Jugendlichen sich den Glööckler auf Pro7 ansehen wollten. Die Sendung ging bestimmt wieder bis nach Mitternacht. Ihre Gäste werden bestimmt auch alle wieder im Gästezimmer verbringen die Nacht über. Ich schwamm noch allein eine Runde und zog mich dann im Waschraum um. Das Wasser machte mich wieder halb nüchtern und ich kuschelte mit Claudia auf der Couch rum. In der Nacht noch schrieb ich dies Erlebnis auf, weil ich nicht pennen konnte. Hätte ja eigentlich auch Arbeiten müssen.

 

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