(18.04.2026)
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Nach fast endlosen sieben Jahren, gab es endlich wieder ein Nordderby im
Weserstadion. Naja, die hatten zwar auch zwischendurch mal gespielt,
aber eben nicht in der ersten Liga. Wir freuten uns schon mächtig drauf
und da es in den Medien vieles zu lesen und hören gab, meinte Mama uns
mit der Yacht hinbringen zu wollen. Das nahmen wir auch gerne an und
machten uns fertig. Ihre Yacht hatte sie schon vor einiger Zeit
Startklar gemacht und wir zogen los. Da es auch eine außergewöhnlich
Choreografie geben sollte, zogen wir uns oben grün an. Frederik, der ja
wieder mit Eslem zusammen ist und mein Schatzi Sverre, hielten ihre
Schals hoch und sangen: "Hamburg kriegt heut eins aufs Maul!" Ich verzog
nur meine Schnute und lachte mit Essi vorn auf der Yacht. Vanessa und
Mama machten die Seile los und dann ging es auch schon los. (Alle
siebzehn!) Kaum waren wir aus der Lesum raus, da bremste Mama ab. "Och nö, was soll dat denn?", knurrte ich. Die Fähre, die uns sonst immer zum Stadion bringt, nahm uns die Vorfahrt. Die Jungs hielten gleich ihre Schals wieder hoch und brüllten: "Nur der SVW!" Ich sang diesmal mit und lachte. Immerhin grölten einige zurück. Dann schob sich Mama an der Fähre vorbei und gab Gas. An der Waterfront grölten Fans und wir winkten mit unseren Schals. Leider heulten da auch die Sirenen der Polizei. Es gab wieder Auseinandersetzungen zwischen den Fans. Später schrieb mir ein Klassenkamerad, dass er es unmöglich fand, ihn nicht gefragt zu haben, ob er mit uns mit kann. Er sei ständig geschupst worden und so. Dafür können wir ja nichts! Essi meinte da noch, dass da am Hafen die Möven Werder Bremen ole gesungen haben. "Selbst die sind schon Fans!", lachte sie und nahm ein kräftigen Schluck Bier. Überall am Ufer sahen wir Fans in Grün und weiß. So viele sind normal nicht unterwegs. Aber wegen dem Derby, das ich ja auch zum ersten mal erlebt hatte, ist das wohl normal. An der Schlachte bzw. an der Weserpromenade standen auch viele Fans, die mit der Fähre mit wollten und ich so: "Die können doch auch alle zu Fuß laufen Mensch!" Von da brauchen sie ja nur den Deich entlang. Die wollten aber genauso wie wir, sicher im Stadion ankommen. Naja, ich kürze mal ab. Mama kam mit ins Stadion und wir sahen eine geile Choreo und ein super Spiel. Das Spiel ging 3:1 für uns aus und Hamburg stand zuletzt in Unterzahl auf dem Platz. Hihi. Das der Jens Stage zwei Tore schoss, freute Sverre besonders. Die beiden kennen sich und sind beide in Dänemark geboren. Wir warteten noch auf dem Deich, bis der größte Andrang an der Fähre vorbei war und liefen dann zur Yacht runter. Da Mama auch was getrunken hatte, fuhr sie etwas Schlangenlinig nach Hause. An Pier2 machte sie kurz Stopp und guckte nach dem Theater. Wir anderen blieben auf der Yacht und feierten den Sieg. Bier gab es ja genug für uns. Dummerweise fuhr auch die Fähre an uns vorbei, mit Party an Bord. Am liebsten wäre ich ja in die Weser gehüpft und zur Fähre. Essi meinte noch, dass wir auch von Bord gehen könnten, weil die Fähre unweit von uns Stopp macht. "Jaja, hätte hätte Fahrradkette!", lachte Sverre. Endlich kam Mama zurück und wir konnten weiter. Von wegen sie war zum Theater. Nö, sie war kurz im BSAG Depot gewesen und hat ihren Dienst verschoben. Irgendwann überholten wir die Fähre wieder und schnitten sie kurz vor der Einmündung in die Lesum. Im Hafen angekommen, torkelte Essi von Bord und schwankte. "Na, fall nicht rein!", lachte Mama noch. Zu spät, sie fiel und platsch, da lag sie mit ihren Klamotten und Rucksack im Wasser. Sie schwamm sofort zur Böschung und raus. "Scheiße man, wollt doch in Pool!", lachte sie und rannte los. Frederik und Melo gleich hinterher. Ich schmiss ihnen noch den Schlüssel zu und lachte. So kalt war es ja nun auch wieder nicht. Immerhin waren es knappe zwanzig Grad noch. Als ich mit den anderen zuhause ankam, schwamm Essi mit Jeanshose, Trikot, Lederjacke und ihren Sneakern im Pool rum. Die anderen saßen in der Sitzecke und qualmten. Mama und ich guckten uns an, nahmen uns an die Hand und hüpften in Pool. Mama mit Lederhose, Heels, Trikot und grüner Regenjacke und ich mit Jeanshose, Trikot, Hoodie und Sneaker. Dann kamen auch die anderen mit Jeanshose, Trikot und Jacken und Schuhe rein. Zusammen feierten wir den Sieg und tanzten wild rum. Meine Mädels und ich hatten die letzten Tage genutzt, ein paar neue Werder-Songs zu machen und spielten sie heute ab. Mama war ganz erstaunt, dass wir keine Blödel Songs abspielten und dass das letzte Lied schon den Sieg inne hatte. Wir feierten aber nicht lange, weil wir alle Schlag den Star sehen wollten. Legat gegen Glööckler. Das muss man doch sehen, lach! Nach dem Umziehen im Wäscheraum, rannten wir rauf in mein Zimmer und schalteten den Fernseher ein. War etwas eng auf dem Sofa und ich kroch zu meiner Lüdden nach hinten in ihre Spielecke. Dort schrieb ich zwischendurch dies Erlebnis mit auf. |