(30.04.2026)
|
Da unsere alten Ski- und Schneeanzüge nicht mehr passten, kaputt oder
eben nicht mehr schön aussahen, kaufte Mama uns neue im Internet.
Gestern kamen sie alle an und wir probierten sie an. Tim seiner passte
nicht, Lukas seiner sah ihm nicht so gut aus wie im Internet zu sehen
war und alle anderen passten. Am Nachmittag saß ich (Laura, 17) auf der Dachterrasse und rauchte eine. Meine Lüdde Fenja (3) spielte mit einer Holzeisenbahn. Ich träumte vor mir hin und überlegte, während ich mir die alte Badewanne die Papa in die Ecke gestellt hatte ansah, was ich am Abend mit mein Mädels mache. Wir wollten in den Mai reintanzen. Warum auch immer Papa sie dort hingestellt hatte, ich fand sie hässlich. Es lag Schutt drin und war auch total zerkratzt. Kein Plan woher sie kam und warum gerade bei mir. Während ich noch weiter überlegte, holte ich den Dreck aus der Wanne und machte sie sauber. Vielleicht will ja jemand rein, dachte ich mir. Als ich dann wieder drin am Schreibtisch saß, guckte ich mir die Wanne an und dachte mir so, dass ich sie mit mein Mädels runterschmeiße. Mir gefiel sie dort einfach nicht. Später dachte ich dann, dass man auch einfach nur Bretter drauflegen könnte und Fenja´s Spielsachen oder auch meine, die ich bzw. sie immer auf der Terrasse hab (hat), drunter verstauen könnte. Die Idee gefiel mir schon besser, also dachte ich nicht weiter drüber nach und machte meine Aufgaben weiter. Dann quengelte Fenja, dass sie mit mir ein Film sehen will. Nach einigen hin und her, machte ich es dann auch. Kaum saßen wir vor dem TV, da klopfte es an der Tür und Hannah (11) kam rein. Ich guckte sie groß an und fragte was sie will. Doch bevor ich was sagen konnte, stand Fenja neben mir und hielt mir ihre Schuhe hin. Hannah grinste und sagte: "Das sagt doch alles, oder? Dayo ist auch schon unten!" Ich nickte mit dem Kopf und fragte, ob Fenja mit dem Dayo (4) draußen spielen will. Fenja hielt mir die Schuhe vor die Nase und guckte mich komisch an. "Ach so, du willst also!", grinste ich und sie so: "Ja!" Ich zog ihr die Schuhe an und sie verschwand mit Hannah nach draußen. Kurz darauf rauchte ich auf der Dachterrasse wieder eine und schielte zur Wanne hin. Ich überlegte hin und her und dann sah ich den Skianzug da liegen. "Genau!" strahlte ich und dann war die Sache klar. Ich zieh ihn mir an und fülle die Wanne mit Wasser. Ich machte es etwas anders. Erst füllte ich die Wanne mit heißen Wasser aus dem Bad. Dazu füllte ich Eimer und trug sie hin und her. Bekam schon Druckstellen in der Beinprothese und stöhnte etwas. Als die Wanne voll war, zog ich mir wirklich den neuen Skianzug an und legte mich damit in die Wanne. Das Wasser kroch wieder langsam in meine Prothese und ich grinste. Ich rauchte dann wieder eine und entspannte mich. Meine braunen Lederstiefel, die ich nicht mehr wirklich auf der Straße anziehen kann, blätterten etwas. Dann sagte plötzlich jemand: "Hä, was das denn hier?" Ich, leicht erschrocken: "Hä?" Dann kam Mama daher und lachte laut los. Ich guckte sie komisch an und sie so: "Wenn ich dich so ansehe versteh ich es, aber du mich?" Und dann fragte sie mich, was ich da mache. Ich: "Ich teste mein Skianzug!" Sie: "Willst nachher so in den Mai tanzen?" Da guckte ich sie erst Recht blöd an und antwortete auch so blöd: "Nö, aber gute Idee!", und grinste breit. Kopfschüttelnd ging sie wieder rein und lachte. Ich fand die Idee wirklich nicht schlecht und überlegte, ob ich es mache. Aber wie es meistens so ist, kam alles anders. Mein Schatzi Sverre (17) rief mich an und ich beeilte mich zu ihm zu kommen. In seiner Wohnung hatte er für mich ein Kuchen gebacken und wollte, dass ich bei ihm bleibe. Als ich ihn fragte, ob er es schon vergessen hat, dass ich mit mein Mädels in den Mai tanzen will, meinte er: "Ach so, das wird gefeiert, ja nee, kannst machen!" - "Was hast du denn gedacht?" - "Keine Ahnung, zweiten Valentinstag?" Ich grinste und sagte ihm, dass er voll süß ist. Wir kuschelten eine Weile auf dem Sofa und futterten den Kuchen auf. Der war wirklich sehr lecker. Danach verschwand ich wieder nach Hause und ließ meine Mädels rein. Die warteten schon auf mich und schrieben mich auch zu, vorher. |