Hannah beim Reiten (10.06.2022)
Nachdem Hannah (10) unter der Woche ihre Freundin Lotte (11) zum Reiten begleitet hatte, lag sie mir tagelang in den Ohren, sich dort auch anmelden zu dürfen. Schon aus finanziellen Gründen lehnte ich dies zunächst ab. Nach zwei Tagen Dauergebettel aber fuhr ich mit Lotte und Hannah dorthin, um zu sehen, ob es eine Möglichkeit gibt, Hannah dort mit unterzubringen. Ich war etwas überrascht, dass es kein fester Reitkurs ist, sondern sich Lotte dort eigenständig um die drei Pferde kümmert, sie und die Ställe pflegt und dafür dann ein Stück ausreiten darf. Dies tut sie zwei bis dreimal die Woche. Während Hannah und Lotte zu den Pferden verschwanden, suchte ich das Gespräch mit dem Hofbesitzer, ein alleinstehender Typ Mitte 50, der kein Gestüt, sondern eher einen kleinen Bauernhof betreibt mit Pferden, Kühen, Schweinen, Ziegen, Hühnern und allem. Schließlich handelte ich Konditionen mit ihm aus, bei denen er nicht Nein sagen konnte und wollte und Hannah darf in Zukunft so oft mit Lotte zusammen zu den Pferden kommen, wie sie möchte. Reitunterricht ist allerdings nicht enthalten, das muss sie sich von Lotte zeigen lassen. Hmm. Ein bisschen mulmig ist mir bei dem Gedanken, aber das wird schon werden.

Nach eineinhalb Stunden wollte ich Hannah und Lotte wieder einsammeln und schaute zum Stall. Dort standen beide völlig verdreckt vor mir: Hannah in T-Shirt und Leggins und ihren alten, ausgelatschten Turnschuhen (die neuen hatte sie ja im Harz ruiniert) und Lotte in teurer, schwarz-braun abgesetzter knallenger Reithose und ebenso engem, dunkelblauem Top und Reiterstiefeln und -helm - ein Outfit in dem das verhältnismäßig große und extrem schlanke Mädchen viel älter aussieht als sie ist. Sie hatten sich erst mit Pferdeäpfeln beschmissen und dann gegenseitig damit eingeschmiert. Arme, Beine, Brust und sogar im Gesicht. Mein armes Auto! "Irgendwann badet ihr noch in der Güllegrube!" meinte ich im Spaß, weil ich sowas mal auf Deiner Seite gelesen hatte. Da wurden beider Augen riesengroß, sie sahen sich an, nahmen sich an der Hand und lachten los. Hinter mir tönte der Bauer "Hab ich da gleich hinter dem Stall!" meinte er lachend. Ich erschrak, weil ich ihn nicht kommen gehört hatte. Naja, mal schauen, was die nächsten Wochen so bringen.

Ich hab die zwei Dreckspatzen jedenfalls mit nach Hause genommen und sie sind gleich im Bad verschwunden um sich und ihre Klamotten unter der Dusche sauberzumachen. Den Geruch bekomme ich hoffentlich aus dem Auto wieder raus.

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