Depressiv Mist gebaut
(02.02.2025)
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Mein Mann Thomas (40) und mein
Adoptivkind Hannah (fast 13) sind am Sonntag zum Fußball nach Frankfurt
gefahren, gleich früh ging der VW-Bus der Eintracht-Fans. So war ich den
Tag über alleine. Das ist ganz schön, aber irgendwie fehlen mir die
beiden dann immer gleich. Alleine machte ich eine Wanderung bei den
eisigen, aber schönen Wetter. In Winterstiefeln, Jeans, Unterwäsche,
Top, Langarmshirt, dickem Wollpullover und meinem Wintermantel bin ich
dann losgewandert. Schal, Mütze und Handschuhe haben natürlich auch
nicht gefehlt. Tatsächlich lief ich bis zu "unserem" kleinen, geheimen See. Immerhin fast 10 Kilometer von zuhause weg. Aber ich musste mal raus und für mich sein irgendwie. Der See lag mit einer dünnen Eiskruste vor mir. Und er zog mich magisch an. Schließlich setzte ich einen Fuß ins Wasser, dann den zweiten, das dünne Eis zerbrach sofort. Die Kälte drang sofort durch meine Wildlederstiefel und auch Wasser sickerte hinein. Egal, ich ging weiter, nach zwei Schritten schwappte das eisige Wasser in meine Stiefel. Eiskalt, wie Messerstiche auf der Haut. Aber auch befreiend und erregend. Also weiter rein, bis zu den Knien. Mein Mantel stupste schon auf dem Wasser auf. Und mit jedem Schritt splitterte Eis um mich herum. Nach fünf Schritten stand mir das Wasser bis zum Schritt und ich erleichterte mich durch meine Jeans. Warm und Kalt so nah beieinander, eine Achterbahn der Gefühle, auf meiner Haut, wie auch in meinem Kopf. Zwei Schritte weiter und ich stand bis zum Bauchnabel im Wasser. Ein Griff ins Wasser mit Händen und Handschuhen und ich hatte das Gefühl, ein Messer wurde mir durch die Hände gestochen. Dann war es aber gar nicht mal so unangenehm. Eher hatte ich das Gefühl, meine Beine werden aufgeschlitzt, nun da meine ganze Jeans samt Haustürschlüssel unter Wasser war. Aber ich gab nicht auf, das Wasser durchflutete meinen Mantel als ich bis zur Brust ins Wasser watete. Dann tauchte ich bis zum Hals ein. Schal und Kapuze schwammen auf dem Wasser, der Rest war darin versunken. Nun überall dieser Kälteschmerz. Ich schloss die Augen und ließ die Kälte auf mich einwirken. Wollte einfach nur da so stehen bleiben. Plötzlich rief jemand "Ey, willst du dich umbringen?" Schnell öffnete ich die Augen und sah einen Mann wild am Ufer gestikulieren, er hatte einen schwarzen Hund dabei, der sofort zu mir ins Wasser sprang und auf mich zu schwamm. Ich stammelte und log etwas von wegen "Ins Eis eingebrochen" zusammen. Und erst da konnte ich wieder klar genug denken, dass ich ja auch noch 10 Kilometer Heimweg und keine Wechselsachen dabei hatte. Wie dumm von mir. Der Mann war echt besorgt, wollte mich ins Krankenhaus bringen. Aber ich lehnte ab, und er gab nach als ich ihm versprochen hatte das er mich nach Hause fahren dürfte. Also lief ich zitternd mit ihm zum Auto und er fuhr mich heim, zumindest fast, ich wollte nicht preisgeben wo genau ich wohne. Daheim ging es gleich unter die warme Dusche, nun stach das warme Wasser wie Messer auf mich ein. Ich weiß nicht mehr wie lange ich da unter der Dusche gestanden habe. Irgendwann zog ich erst meinen Mantel, dann meine Stiefel und dann meinen völlig lang gezogenen Wollpulli aus. In Jeans, Top und Unterwäsche legte ich mich dann noch in die Badewanne und ließ mir Wasser ein. Hier fand mich Hannah, als sie vom Fußball zurückkam. Selten war ich so erfreut, sie zu sehen. In Turnschuhen, Jeans und Trikot ist sie dann zu mir in die Wanne geklettert und hat sich von mir ihre nach Bier stinkenden und klebenden Haare waschen lassen. Dann haben wir einfach nur ganz lange gekuschelt. Hinterher ging es mir wieder besser. |