Free Counter

Ostsee 2025

(Sommerferien 2025)
Der Urlaub soll ja eigentlich die schönste Jahreszeit sein... Nicht so bei uns. Da es kurz vor her einen Riesenkrach zwischen Thomas (41) und mir (24 1/2) wie auch zwischen Hannah (13) und ihrer in jeder Hinsicht toxischen Freundin Luna (14) gab, sind Hannah und ich kurzerhand allein an die Küste gefahren. Erst widerwillig, weil Hannah ja im Moment total erwachsen sein will und nichts mit mir Spießerin, die ihr nichts zu sagen hat, zu tun haben wollte, dann sind wir aber im Stau auf der A7 doch noch gut ins Gespräch gekommen und haben uns mal richtig ausgesprochen. Und - ganz ehrlich, ich war auch nicht viel anders in dem Alter, wurde mir bewusst. 

Jedenfalls standen wir da ewig zwischen Göttingen und Hannover auf der Autobahn rum und nichts ging vorwärts. Hannah flitzte in ihrem grauen Langarmshirt und schwarzer Leggins auf dem Beifahrersitz, Füße auf dem Armaturenbrett und wir redeten und sie rauchte eine nach der anderen. Weil sie auch ständig Wasser trank, zischte und plätscherte es irgendwann auf ihrem Sitz. Sie grinste mich nur an und wir lachten beide zum ersten mal seit langer Zeit. Ja, und dann sprachen wir uns halt aus. 

Irgendwann spät Abends kamen wir dann am Reiseziel an, die Sonne war kurz vorm untergehen, als wir unsere Taschen in die Ferienwohnung schmissen und nochmal zum nahen Strand gingen. Dort lungerten nur noch ein paar Jugendliche rum, ein paar Rentnerpärchen machten Strandspaziergang und eine Familie baute Sandburgen mit ihren Kleinkindern. Der Papa der Familie schaute die ganze Zeit zu mir rüber, als ich am Strand stehen blieb, und Hannah rannte gleich mit Langarmshirt, Leggins, Turnschuhen, Unterwäsche, wie sie war ins Wasser und schwamm drauf los. Der Familienpapa grinste nur und sah mich an, und ich grinste zurück, bis er von seiner Frau unsanft in die Seite gestoßen und ich finster angeschaut wurde. Schließlich ging ich auch zum Wasser und langsam, mit Turnschuhen, Jeans, T-Shirt, ins eiskalte Wasser. Als es mir bis zum Schritt stand blieb ich erstmal stehen und ließ allem freien Lauf, was ich den Tag über so angesammelt hatte in mir. Dabei sah ich Hannah zu, die wie früher unbeschwert im Ostseewasser planschte und schwamm. Ich musste an Hannahs Mama denken und drückte eine Träne weg. Hinter mir stritten die jungen Eltern und aus der Gruppe der Jugendlichen hörte ich - in breitem Sächsisch - "Ey gugg mo, wat die da machen". Schließlich warf ich mich auch komplett ins Wasser und schwamm zu Hannah und dann mit Hannah hin und her. Irgendwann stiegen wir aus dem Wasser, setzten uns auf unsere Handtücher in den Sand und rauchten eine. Wie wir da so in unseren nassen Klamotten da saßen, kamen zwei junge Typen vorbei und fragten, ob wir Schwestern seien. Hannah grinste mich an und ich log "Ja" und grinste auch. Wir machten noch ein wenig Smalltalk mit den beiden, die auch so um die 20 sein dürften, und dann gingen sie weiter und wir, in unsere Handtücher gehüllt, zurück in die Ferienwohnung. Weil uns kalt war, stiegen wir gleich zusammen in die Dusche und wärmten uns auf. 

Beim duschen zogen wir die nassen Klamotten aus und wuschen uns gegenseitig, dann kuschelten wir uns in die zum Glück schon bezogenen Betten. Da sah ich dann auch warum sie in letzter Zeit meist langärmelig umherlief und wir redeten darüber. 

Am nächsten Morgen wachte ich alleine auf, denn Hannah war schon aufgestanden und hatte Frühstück für uns beide vorbereitet. Sie war wie ausgewechselt zu den Tagen und Wochen vor unserer Reise und ich fühlte mich ihr endlich mal wieder so verbunden wie früher. Später machten wir zu zweit einen ausgedehnten Spaziergang. Und auch diesmal zogen wir (ich in Shorts und Top, Hannah in schwarzer Shorts und schwarzem Langarmshirt), Blicke auf uns. Hannah mit ihren langen Beinen sieht halt auch älter aus als sie ist. Ganz am Ende des Strandes, wo nicht mehr so viel los war, gingen wir dann so wie wir bekleidet waren schwimmen. Nach dem Bad zog Hannah auch tatsächlich mal den nassen Pulli aus und sonnte sich nur in Shorts und Bikinioberteil, und auch ich lag im Bikini in der Sonne.

Dann gingen wir wieder zurück zum Strand in der Nähe unserer Unterkunft. Auch hier legten wir uns nochmal, wie eben beschrieben, in die Sonne. Der Familienvater vom Vorabend war wieder da, mit seinen beiden Kiddies, aber die Frau war nicht da. Irgendwann kam ich mit ihm ins Gespräch und Hannah fand Freude daran, mit den Kleinen im Sand zu buddeln und sich von ihnen Wasser über die kurze Hose schütten zu lassen. Schließlich sind Hannah und ich auch nochmal schwimmen gegangen - diesmal nur in Bikini bzw. Bikinioberteil und Shorts. Dies gerade rechtzeitig, denn die zickige Frau von dem Familienvater kam wieder und nölte ihn gleich wieder voll. Irgendwie fand ich den Mann attraktiv. 

Später sonnte ich mich wieder und Hannah lief alleine am Strand rum, fand gleich Anschluss an eine Gruppe Jugendlicher und setzte sich zu denen, sie tranken zusammen Energys, rauchten und spielten Volleyball im flachen Wasser. Abends wollte sie dann nochmal Inliner fahren, angeblich, hing aber auch mit der Truppe ab.

Und auch am nächsten Morgen verschwand sie beizeiten, auffallend stark geschminkt und mit ultrakurzer Shorts und Top (ungewöhnlich wenig Stoff für sie) zum angeblichen Inliner fahren. Da ich den Tag wohl allein verbringen würde und es kein Wetter war um die ganze Zeit am Strand zu Chillen, mietete ich mir ein Fahrrad und fuhr einfach querfeldein die Küste lang. An einer Stelle ging ich mitsamt meiner Sportleggins, Sporttop und Turnschuhen spontan ins Wasser und fuhr dann pitschnass weiter, was aber im Fahrtwind eisig kalt war. Ich hoffe ich habe mir nichts weg geholt.

Hannah hatte ich geschrieben, dass ich auf Fahrradtour gehe, sie konnte aber nicht ahnen, dass ich wegen des Frierens recht zeitig zurückkommen würde. In der Ferienwohnung erwischte ich sie auch prompt mit einem der jungen Bürschchen, die sie gestern getroffen hatte. Beide sahen mich nur groß an, zogen eine Decke über sich und ich sparte mir ihn zu fragen, ob sie ihm ihr Alter verraten hat. Ich machte die Zimmertür zu, zog mir was trockenes an und startete zu einer zweiten Runde mit dem Rad, diesmal in die andere Richtung.

Abends dann traf ich beim Joggen Hannah am Strand wieder, als sie erneut mit der Jugendclique rauchend und Energys trinkend am Strand herumlungerte. Sie warf mir nur einen Blick zu der sagte "Quatsch mich jetzt bloß nicht an" und ich lächelte nur kurz und joggte vorbei. Erinnerte mich alles irgendwie an meinen Ostseeurlaub als ich in ihrem Alter bzw. etwas älter war.

Ich war gerade am Duschen und bereits ausgezogen, als Hannah in die Ferienwohnung zurückkam. Da ich die Badtür offen hatte sah sie mich unter der Dusche und stieg wie sie war in Top, Shorts, Unterwäsche und Sneaker zu mir unter die Dusche, genoss es als ich ihr anbot, das von Sonne und Salzwasser stumpfe, dunkle Haar zu waschen. Dabei erzählte sie recht offen und glücklich von ihrem Tag, Details gehören hier aber nicht her.

Am nächsten Tag regnete es gleich früh. Hannah und ich zuckten nur mit den Schultern und liefen halt mit Jeans, Hoodie, Turnschuhen und Jacken im Regen rum und ließen uns nass regnen bis auf die Unterwäsche. Weil das noch nicht reichte, sind wir am Strand dann noch einfach ins Wasser gerannt und haben eine Wasserschlacht gemacht - was die umstehenden Kinder recht lustig fanden. Zwei kleinere Jungs sind dann auch in Unterhosen und T-Shirts ins Wasser. Nachmittags war Hannah dann wieder mit ihrer Jugend-Ferienclique unterwegs und ich hab mir mal Zeit für ein Buch genommen, nachdem ich unsere durchnässten Klamotten zum Trocknen aufgehängt hatte. 

Ja und am nächsten Tag lag ich dann mit Erkältungssymptomen und Kopfschmerzen im Bett und Hannah zog wieder um die Häuser, kam Abends völlig durchnässt in Jeans, Top und ihrer Lederjacke heim. Sie ist wohl mit ihrem Urlaubsflirt abends im Dunkeln zu einer der Badeinsel raus geschwommen. Naja wie auch immer, das Salzwasser hat die Kunstlederjacke jedenfalls nicht gut vertragen. 

Zum Glück ging es mir den folgenden Tag wieder besser. Hannah telefonierte ewig lange mit Luna, die nochmal heftig stritten, ihren Streit dann aber irgendwann beilegten. Am Ende erzählte Hannah von ihrem Urlaubsflirt und schwärmte über seine Qualitäten... ich ging dann lieber raus und eine kleine Runde laufen. Da ich aber noch nicht wieder ganz fit war, lief ich nur eine kleine Runde und war bald zurück, da war aber Hannah schon wieder unterwegs. Gut dass sie genug Sachen mitgenommen hatte, denn die von den letzten Tagen hingen noch immer zum Trocknen. Ich duschte entspannt in meinen Sportklamotten, den Nachmittag verbrachte ich am Strand und musste an den Norweger denken, den ich vor vier Jahren im Urlaub getroffen hatte (Erlebnis 80). Und nun hat Hannah die Urlaubsflirts und ich sitze alleine... wie die Zeit vergeht. Ein Mann so Mitte dreißig erweckte meine Aufmerksamkeit, beziehungsweise zunächst seine Kinder, ein Junge und ein Mädchen so vielleicht 4 und 6, die mich wohl versehentlich beim Spielen mit Sand und kaltem Wasser voll kleckerten. Er kam gleich an und entschuldigte sich wortreich, doch ich lächelte nur und meinte dass es doch nicht so schlimm war. Ja und so kamen wir ins Gespräch und ich hatte irgendwie recht bald Schmetterlinge im Bauch. Obwohl ich mich eigentlich nie eincreme und obwohl auch die Sonne nicht wirklich schien, bat ich ihn dann irgendwann, mir (im Bikini) den Rücken einzucremen, was er natürlich nur zu gern machte. Seine Kiddies spielten solange weiter und irgendwann waren sie - das Mädchen in T-Shirt und Leggins, der Junge in kurzer Hose und T-Shirt, pitschnass. Sie kamen zu ihm gerannt und er half ihnen aus den nassen Sachen raus, im Schlüppi durften sie dann im flachen Wasser baden, während wir uns weiter unterhielten, wobei er seinen Blick immer zwischen mir und den Kindern hin und herwandern lies. Schließlich lud er mich noch zu einer Pizza ein und mit den Kindern - für die er Wechselsachen dabei hatte, ein Kleid für das Mädchen, ein T-Shirt und kurze Hose für den Jungen, wow er dachte wirklich an alles - nahmen wir in einer kleinen Pizzeria Platz. Die Kinder bei Pommes und Fanta und wir Erwachsenen bei Pizza und Wein, verstanden uns blendend. Die Kleine meinte irgendwann zu ihrem Bruder "Ich glaube Papa ist verliebt" und die beiden kicherten nur, er und ich schauten uns nur tief in die Augen. Er ging dann, die Kinder zum Mittagsschlaf hinlegen, aber wir tauschten unsere Nummern aus. (...) Die Ernüchterung kam am nächsten Morgen. Als ich ihm schrieb ob wir uns wiedersehen meinte er nur "Geht nicht, meine Frau ist da". Eiskalt gelogen hatte er, dass er Single sei. Männer... Aber ich bin ja auch keine Single, also was solls. Schön wars trotzdem für einen Moment. 

Auch Hannah war traurig denn ihre Urlaubsliebe war abgereist. Sie wollte den ganzen Tag auf dem Bett Chillen, also zog ich alleine los und ging laufen. Natürlich kam ich in Regen und wurde völlig durchnässt; zurück in der Ferienwohnung ging es also direkt in die Dusche. Erst danach fiel mir auf dass Hannah mal wieder verschwunden war. Sie kam erst spät nachts, wieder durchnässt und obendrein betrunken und nach Gras riechend zurück. Da hatte ich die Nase voll und wir fuhren am nächsten Morgen unter schwerem Protest von Hannah vorzeitig heim. Dort ging mein Streit mit meinem Mann nahtlos weiter, während sich Hannah mit Luna ja wieder versöhnt hatte. Schwierige Zeiten....

Zurück zur Hauptseite