Am Zeltplatz bei Sophie
(19.07.2025)
| Nachdem wir meine erkrankte Tochter Laura (16)
mit ihrer Lüdden Wiebke (2) wieder zuhause in Bremen ablieferten, wo
Olaf mit seinen Leuten am bauen ist, sind wir weiter zu einer Freundin
von mir in den Niederlanden. Nass geworden sind wir dort nicht. Als wir
dann eigentlich zu unserer Reise nach Florida antreten wollten, da rief
mich ein Freund an. Er meinte, dass wir die Reise abbrechen sollen bzw.
gar nicht erst los sollen. Anfang des Jahres gab es dort ein Tornado und
die Bude ist weg geflogen und zum Teil abgebrannt. Lukas (14) hörte das
und bekam große Augen. "Ach du Kacke!" kam von ihm und guckte mich
komisch an. Wir telefonierten noch weiter und dann meinte Lukas, dass
wir ja auch zu Sophie in die Schweiz fahren könnten und dann zu Werder
Bremen nach Österreich (Trainingslager). Ich fragte die anderen, ob sie
Lust auf Berge und wärme hätten und alle dann: "Ja, los!" Hätte ich nur
Berge gesagt, wäre es glaub ich anders gewesen, oder auch nicht, wer
weiß. Bevor wir los fuhren, rief Lukas noch schnell bei Laura an, um zu fragen ob sie mit will. Da sie sich noch immer erkältet anhörte, fuhren wir ohne sie los. Hätten auch wieder nach Bremen gemusst, um sie abzuholen. War also ganz gut so. Sie war wohl auch gerade mit wem am telefonieren gewesen. Kreuz und quer fuhren wir durch die Niederlande und Deutschland und dann ab zu Sophie, so ca. 2 km vor der Grenze zu Italien. Wir fuhren vom Weg ab und zum Zeltlager rauf. Muss ja mal kurz sagen, dass mein Camper ganz schön am kämpfen war die Fahrt über. Durch die Berge bin ich schon öfters mal (Österreich, Bayern, Harz), aber hier in der Schweiz, oh weia. Manchmal dachte ich, dass wir es nicht schaffen. Direkt am Campingplatz lief ein Bach unter der Brücke entlang und wir guckten uns ihn an. Konnte ja nicht mehr schnell fahren, weil fast angekommen. Tim: "Da ist Sophie!" und winkte und klopfte an der Scheibe wie blöd. Ich hupte kurz und sie fiel ins Wasser. Wir lachten und winkten dann alle. Schnell den Camper geparkt und raus. Tim (10) rannte gleich mit Jeanshose, T-Shirt und Sneaker ins Wasser und half Sophie raus. Sie hatte Cowboystiefel, Hose und Pulli an. Naja, es war ja auch ein Zeltlager für junge Indianer. Erst meckerte sie fleißig und dann umarmte sie mich und Claudia und strahlte übers ganze Gesicht. "Was macht ihr hier, ich denk ihr seit nach Florida?!" weinte sie fast. "Ist geplatzt, war ein Wirbelsturm oder sowas!" sagte Lukas dazu und nahm sie in Arm. Sie freute sich mächtig uns zu sehen und erzählte gleich drauf los. Ihre Freunde, die mit am Bach unten waren, liefen alle an uns vorbei und sagten Sophie, dass es gleich was zu essen gibt. "Bei Mamas auch, bestimmt!" strahlte sie und war total aufgeregt. Sie rannte den anderen hinterher und dann wieder zu uns. "Komm gleich wieder, muss nur melden wo ich bin!" "Okidoki!" sagten wir. Sie rannte wieder weg und wir fuhren den Camper zum Parkplatz rauf. Etwa eine halbe Stunde später kam Sophie zu uns und strahlte uns an. "Bleibt ihr jetzt hier?" fragte sie und ich so: "Nö, wir wollen morgen weiter!" "Nee, bleibt hier!" knurrte sie und heulte wieder fast. Wir unterhielten uns eine ganze Weile, während Claudia dass Essen machte. Die Zwillinge und Tim hörten Sophie gespannt zu, was sie alles so erlebt hat und fragten mich dann später, ob sie mit Zelten dürfen. Da meinte Sophie gleich, dass es nicht geht, weil alle Zelte voll sind und auch was kostet. Das es was kostet war mir schon klar, aber es hätte ja noch Platz sein können. Ich schlug dann vor, dass sie bei uns am Camper Zelten könnten, da dort auch ein paar Büsche auf der Wiese sind. "Au ja, ich frag ob ich darf!" strahlte Sophie und rannte weg. Wir lachten alle und Lukas dann: "Sie will bei uns Zelten, ich mach schon mal eins klar!" Wenig später kamen zwei Frauen zu uns und wir redeten. Sophie durfte dann bei uns Zelten, aber muss wie sonst auch, mit den anderen ihre Dinge erledigen. Also muss sie wie immer um sieben schon zum Frühstück im Lager sein. Hihi, und wir konnten auspennen. Die nächsten Tage regnete es immer wieder mal und wir hatten keine Lust unterwegs zu sein. Sophie hingegen musste immer raus in Regen und kam manchmal völlig durchnässt zurück. Schien ihr aber nichts auszumachen. Sie wechselte jedes mal die Sachen und weiter ging es. Am Dienstag meinte sie, dass es ihr nicht so gut geht und sie lieber bei uns bleiben will. Normalerweise gibt es dafür im Camp Möglichkeiten, aber sie wollte bei uns sein. Über Stunden hinweg nörgelte sie wegen Schmerzen im Stumpf, im Kopf, und sonstwo und dass ihr die Nase immer läuft. Corinna (6): "Soll ich festbinden, dann bleibt die hier!" Ich lachte laut los und Sophie dann: "Haha, sehr witzig!" Sie verschwand in ihr Zelt, wo sie allein drin sein wollte, ohne Lukas, und hörte Musik. Irgendwann holte sie sich ein Bier und verkroch sich wieder ins Zelt. "Solange es nicht mehr wird!" rief ich noch hinterher. Später, als ich im Chat war, daddelte sie plötzlich auch mit und bekam nichts mehr auf die Reihe. Sie meinte, dass Lukas mit Laura unterwegs ist und so. Als ich ihr androhte rüberzukommen, verschwand sie aus dem Chat. Wenig später war auch kein Licht mehr bei ihr zu sehen. In der Nacht, weil es zu heftig regnete, kam sie dann doch zu uns und pennte neben Lukas hinten im Camper. |