Verlegung im Regen
(17.09.2025)
| Liege nun schon seit über einer Woche im
Krankenhaus, wegen Knie- und Fußbruch. Hatte zwar Einzelzimmer, viel
Ruhe und sehr nettes Personal, aber meine Familie fehlte mir doch sehr.
Gestern Abend hieß es dann, dass ich nach Bremen verlegt werde. Ich
freute mich so sehr, dass ich mir fast in die Hose machte. Als es dann nach dem Frühstück soweit war, packte ich irgendwie alles zusammen und legte es auf mein Bett. Die Schwester guckte nicht schlecht, als sie rein kam. "Oh ha, willst weg von uns?" meinte sie. "Quatsch, ihr seid doch viel zu nett, als dass man Euch verlassen will!" lächelte ich und die Schwester wurde rot. Sie wies mich darauf hin, dass ich noch nicht so viel bzw. gar nicht laufen soll und sie es schon alles gemacht hätte für mich. "Ach Papperlapapp, dass kann ich schon selber, bin doch schon groß!" sagte ich. Die Schwester ging lachend raus, mit den Worten: "Musst noch auf den Oberarzt warten!" Ich: "Der kann ja mitkommen!" Da musste sie noch mehr lachen und machte die Tür zu. Es dauerte ganz schön lange bis der kam. Und dann war es auch noch eine Frau. Sie trug ein weißen Kittel, eine schwarze Lederhose und hatte die Haare zu einem Zopf zusammen gebunden. Sie schob ihre Brille hoch und guckte mich an. Ich: "Njam!" Sie verstand nichts und sagte mir, dass ich das Mittagessen in Bremen bekomme. Ich knurrte leicht und schielte rum. Sie gab mir die Papiere und erzählte mir Dinge, die ich schon wusste. Mit den Worten: "Machen Sie nicht so bald wieder so ein Mist!" verschwand sie und ich war wieder allein. Dann ging die Tür auf, zwei Männer in Orange und eine Frau in Orange kamen rein und sagten, wie aus einem Mund: "So, jetzt geht es auf Reisen!" Ich: "Oh weia, aber nicht mit Tatü Tata die 60 km nach Bremen!" und lachte kurz. Die Frau: "Können wir auch machen!" Ich: "Lieber nicht!" Dann schoben sie mich über die Flure in den Fahrstuhl und dann zur Notaufnahme raus. Ich: "Na, so Notfällig bin ich auch wieder nicht!" Der eine Mann: "So müssen wir, da steht unser Gefährt!" Ich machte kurz ein Pferd nach und er so: "Holt das Lasso raus!" Dann piepte es bei den beiden Männern. Sie guckten die Frau an und dann mich. "Tut uns leid, wir müssen zum Notfall!" hieß es. Sie stiegen in ein anderen Wagen ein und fuhren los. Ich rief hinterher: "Halt, nimmt mir mit, bin auch ein Notfall!" und lachte. Da stand ich nun im Regen vor der Notaufnahme und niemand zu sehen. "Ähm, wie jetzt, ist das Euer Ernst hier?" kam da von mir. Da ich eh Duschen oder Baden sollte, zog ich die Decke weg und ließ mich nass regnen. Wurde zwar alles nass, was auf dem Bett lag, aber egal. Immerhin haben sie mich noch an die Wand geschoben, bevor sie weg sind. Ich suchte nach Zigaretten und dann fiel mir ein, dass ich ja gar nicht mehr rauche. "Ach Mist man, will Kaffee!" knurrte ich. Eine Schwester oder Hilfe oder was auch immer, kam plötzlich um die Ecke und guckte mich entgeistert an. "Ach du Scheiße, was hier denn los?" kam von ihr und ich so: "Bin von den Toten auferstanden, krieg ich jetzt ein Kaffee?" und rülpste laut. Sie wusste gar nicht so richtig was sie machen sollte und stotterte rum. Dann verschwand sie in der Notaufnahme und kam mit einem Mann wieder raus. Der wollte genau wissen was war und telefonierte dann. Danach schoben die beiden mich rein und holten mir eine neue Trage. Ich: "Öhm, da soll ich jetzt so nass rein, bringt das denn was?" Die guckten mich komisch an und überlegten angestrengt. War allerdings nicht nur nass vom Regen geworden, sondern hatte mich auch eingepinkelt. War ja eh schon nass da unten alles. "Warte!" sagte der eine. Ich: "Kein Problem, hab ja Zeit und nur Hunger!" Etwas später wurde ich in ein Raum geschoben, wo ich mich umziehen konnte. Auf der frischen Liege, die zum Krankenwagen gehört, wartete ich bis die drei vom Notfall zurück kamen. Nach etwa einer Stunde kamen sie auch endlich und guckten mich an. Ich: "Hätte ich Paddel, wäre ich davon!" Der eine: "Das Bett hat Räder!" Lachend sagte ich, dass ich Hunger hab und sie unterwegs bei McDonalds halten sollen. Darauf sagte niemand etwas. Sie schoben mich in Krankenwagen und fuhren los. Als ich wissen wollte, warum sie so schnell davon sind, sagten sie nichts. Ich mein, sie sollten mich nach Bremen fahren, da können sie doch nicht so einfach zu einem Notfall. Stellt Euch mal vor, dass wäre während der Fahrt passiert. Hätten die mich auf dem Rastplatz irgendwo abgestellt und weg? Aber mal ganz ehrlich: Die hätten mir auch Gehstützen geben können, damit ich mit Zug nach Bremen komme. Aber rein Rechtlich und so, wegen Unfallgefahr, bla bla bla, musste es so sein! So hab ich wenigstens was erlebt. In Bremen angekommen, ging alles sehr schnell. Die schoben mich in die Notaufnahme, guckten mich an, fragten wer ich bin und schon war ich unterwegs in ein neues Zimmer. War alles schon vom anderen Krankenhaus erledigt worden. Nur leider bekam ich hier kein Einzelzimmer, weil alles belegt. Musste mir das Zimmer mit einer anderen Frau teilen, die sich ebenfalls das Bein gebrochen hatte. Zu zweit im Einzelzimmer ist etwas eng, aber machbar. Nach dem Mittagessen, was köstlich war, rief ich zuhause an und sagte wo ich bin. Am Nachmittag bzw. frühen Abend kamen mich meine Frau Claudia (31), die Zwillinge Natascha und Corinna (6) und Tim (10) besuchen. Sophie (15) wollte später alleine kommen und Laura (16) hatte mit ihrer Lüdden zu tun. |