3 bzw. 6,5 Mädels im Fluss

(10.07.2025)
Die ersten Tage in Dänemark waren nicht so wirklich berauschend. Wir haben ein Vikinger-Museum angesehen, ein Abenteuerspielplatz für die kleinen und ein paar andere Dinge. Heute wollte ich mal mit mein Mädels und meiner Lüdden alleine sein.

Obwohl meine Lüdde Wiebke (2) schon sehr gut laufen kann, nahm ich den Buggy mit. An ihm packte ich mein Rucksack und ein paar andere Dinge. Melody und Clara (beide 16), die ja mitgekommen sind, und auch ich zogen unsere Friesennerze an, weil es noch regnen sollte. Clara ist mit ihrer Familie in Dänemark, mit auf unserem Campingplatz und Melo wollte ich unbedingt dieses Jahr dabei haben. Immerhin kenne ich Melo schon seit dem Kindergarten.

Naja, wir liefen los und guckten uns so einige Häuser an, die schon sehr alt waren. Bei manchen fragten wir uns, wie es wohl wäre darin mal zu wohnen oder Ferien zu machen. Vielleicht können wir das ja später mal machen, wer weiß. Irgendwo gingen wir ein Feldweg oder sowas rein und genossen die Stille. Die Vögel sangen, in der ferne standen Kühe und irgendwo bellte ein Hund.

Nach einem kleinen Picknick, irgendwo auf einer einsamen Bank, liefen wir weiter und hörten irgendwo Mädchen schreien. Naja, so können es nur Mädchen, Jungs brüllen ja eher. Kenne ich von zuhause. Wir dachten uns nichts weiter dabei und gingen weiter. Immer wieder hörten wir die Mädchen. Sie sprachen auch auf Dänisch und dann hörten wir es planschen. Clara: "Ist hier ein Fluss in der Nähe?" Melo: "Oder ein Graben?" Wir guckten uns um, aber sahen nichts.

Kopfschüttelnd und sehr fragend, gingen wir weiter und dann wieder. Die Mädchen spielten wohl im Wasser irgendwo, aber wir sahen keine. Melo meinte dann, dass wir einfach mal die Wiese runtergehen sollten. Ich ließ den Buggy stehen und nahm Wiebke auf den Arm. Clara marschierte voraus und wir folgten ihr. Dann hockte sie sich plötzlich hinter ein Busch und bat uns leise zu sein. "Was´n?", fragte ich neugierig. "Da sind drei Mädchen mit Lederjacke im Fluss!", flüsterte sie und bat uns zu ducken. Machten wir auch und krabbelten zu ihr. Da standen wirklich drei Mädchen mit Lederjacke im Fluss. Eine von ihnen trug eine Brille.

Wollte wissen warum sie es tun und ging einfach hin. "Moin!", sagte ich zu den dreien und sie guckten mich etwas fragend an. Die eine: "Moin?", guckte die anderen an und lachte. Bis unter den Achseln standen sie im Wasser und guckten uns an. Melo fragte dann, ob sie Englisch sprechen können. Da sie es konnten, konnten wir uns prächtig unterhalten. Eine war auf ein umgestüzten Baum geklettert und dann ins Wasser gefallen. Als die beiden anderen sie retten wollten, fielen auch sie ins Wasser. Und da sie so wie wir, auf nasse Klamotten stehen, blieben sie einfach drin. Mit den Lederjacken war ja nicht geplant, aber da sie ja eh nass waren, ließen sie die einfach an. Clara sagte den dreien, dass sie es auch gerne macht und ging mit Jeanshose, kurzen Gummistiefeln, Hoodie und Friesennerz ins Wasser. Melo und ich guckten uns an, zuckten mit der Schulter und folgten ihr, mit den selben Klamotten. Das Wasser war zu unserer Überraschung warm.

Während die fünf im Wasser planschten, blieb ich mit Wiebke am Rand und ließ sie im Wasser spielen. Sie trug Jeanskleid, Leggings, Pulli und eine leichte Steppjacke und Turnschuhe. Bei knapp 18 Grad genau richtig für sie. Irgendwie wurde mir aber doch ziemlich schnell kalt und bin wieder raus. "Wwwwolten doch noch zum Fest!", zitterte ich etwas und Melo so: "Welches Fest?" Clara zu ihr: "Die Lüdde ist nass, komm!" Die beiden kamen auch raus und wir verschwanden schnell. Vorher haben wir uns aber noch verabredet mit den Mädels. Ich stolperte mehr als das ich über die Wiese lief. Zwei drei mal legte ich mich auch lang und lachte wie blöd. Später schrie Wiebke und heulte in ihrem Buggy.

Am Camper guckten Mamas uns von Kopf bis Fuß an und runzelten die Stirn. "Ihr könnt es auch nicht lassen, oder?" Ich: "Wieso auch?" Melo guckte zum Wäscheständer neben dem Camper und grinste breit. Da hingen die Klamotten von den Zwillingen. Sie tropften noch. "Supi!", strahlte ich und ging schnell rein. In der Dusche zog ich mich schnell aus, damit die anderen rein können und dann zog ich mir was frisches an. Meine nasse Beinprothese legte ich mit über den Wäscheständer. Hatte ja zum Glück beide mitgenommen.

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