Stand-up-paddeln

(20.07.2026)

Spät Nachmittags kamen Mama und ich vom Festival zurück. Meine Freundin Eslem (17) umarmte mich (Laura, 17) kräftig und fragte wie es mir geht. "Supi!", strahlte ich und machte mir eine Zigarette an. Gefühlt war es heute kälter als es war. Schlappe 14-18 Grad. "Bock auf Tour?", fragte sie mich und ich nickte nur mit dem Kopf. Mit Lederjacke über und einem Rucksack auf gingen wir los und suchten ein Imbiss auf. Ich hatte Hunger wie nie und bestellte gleich doppelt. Mein Schatzi Sverre (17) strich immer an seinem Kinn über sein Dreitagebart. Nachdem wir alles aufhatten und noch ein paar Biere mitnahmen, ging es wieder an den Strand.

Ein paar fremde Jungs saßen dort an einem Feuer und unterhielten sich. Unweit von ihnen lagen Bords und Paddel und Essi so: "Boah, wollen wir die klauen?" Ich: "Wie das denn, die sind doch viel zu nah an den Jungs!" Sverre: "Fragen, einfach fragen!" Wir guckten uns an und grinsten: "Langweilig!" und lachten kurz. Er ging dann wirklich hin und fragte. Da er ja in Dänemark geboren ist und die Sprache beherrscht, war es für ihn kein Problem. Wir bekamen aber nur zwei der vier Bretter und so konnten nur Essi und ich mit raus. Er wollte auch nicht wirklich. Die Jungs guckten komisch als wir die Bretter an unseren Füßen festmachten und dann einfach so wie wir waren ins Meer gingen. War schon etwas kalt, aber es ging. Mit Pumps, Jeanshose mit Gürtel, Bluse, Pullunder und Lederjacke (mit Handy, Geld, Ausweis, Labello u.a. in den Taschen mit Reißverschluss) bekleidet, liefen wir rein und schwammen kurz. Die Jungs lachten und kamen halb ins Wasser gelaufen. Wir stellten uns aufs Brett und paddelten los. Die Paddel konnten auf dem Brett befestigt werden.

Da es aber sehr windig war und ich wegen meiner Beinprothese nicht immer das Gleichgewicht halten konnte, war ich mehr im Wasser als auf dem Bord. Als dann der Wind endlich nachließ und die Sonne langsam unterging, paddelten wir nah am Ufer dem Sonnenuntergang entgegen. Essi meinte dann plötzlich, dass sie schwimmen will, weil ihr kalt wird und ich so: "Gute Idee, hoffe es klappt!" Wir hüpften beide vom Bord und schwammen. Das Brett immer hinter uns her, lach. Irgendwann konnten wir nicht mehr und stiegen wieder drauf. Wieder bei den Jungs angekommen, fragte uns einer, ob wir uns aufwärmen wollen. Allerdings auf dänisch und ich guckte Svenn an. Er übersetzte es und ich so: "Oh ja gerne, und ein Bier bitte!" Alles lachte, als ob man mich verstand. Ich bekam ein Tuborg und wir beide eine warme Decke über die Schulter. Svenn unterhielt sich weiter mit den Jungs und übersetzte manchmal was sie sagten. Sie fanden es Irre, das wir einfach so bekleidet ins Wasser sind, vor allem mit Lederjacke und den Pumps. Wir immer: "Kein Ding, machen wir immer so!"

Das Feuer wärmte uns aber nicht so wirklich, also liefen wir irgendwann zum Camper und zogen uns schnell um. Mit einer warmen Decke verkrochen wir uns dann nach hinten in Camper und legten uns pennen. Was die anderen noch machten weiß ich nicht. Sverre soll noch bei den Jungs geblieben sein bis spät in die Nacht.

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