Stumm in der Wanne

(02.08.2026)

Die ganze Woche über war es still bei uns. Niemand wollte so wirklich Spaß haben oder überhaupt etwas tun. Alle wussten dass heute die Beerdigung meiner Lüdden Wiebke Fenja (3) ist. Die Zwillinge Natascha und Corinna (7) und Tim (11) bastelten viel und Sophie (16) schrieb kleine Gedichte. Lukas (16) saß nur still in seinem Zimmer und wollte nicht einmal seine Freundin sehen, die aus Spanien zurückkam.

Ja, und heute war sie dann, die Beerdigung. Die Kirche war voll und anschließend ging es zum Friedhof. Auch wenn es ein sehr trauriger Anlass war, ging es etwas fröhlich zu. Die Kinder aus anderen Gemeinden sangen ein paar Lieder. Die Zwillinge, Tim und andere Kinder zeigten uns allen die Bilder und das gebastelte. Später ging es zum Essen in ein Restaurant und dann wieder nach Hause.

Weil ich und Sverre dann niemanden sehen wollten, sperrten wir die Tür ab und ließen uns Wasser in die Badewanne laufen. Mit schwarzen langen Rock, weißer Bluse und einem dunklen Blaser plus schwarzen Pumps, setzte ich mich in die Wanne und er stieg mit seinem schwarzen Anzug und Lederschuhe zu mir. Über eine Stunde saßen wir nur da und sagten nichts. Dann überkam es mich wieder und ich fing an zu heulen. Er, etwas leise: "Nein nicht machen, ich mach sonst mit!" Ja, und dann heulten wir beide eine ganze Weile und nahmen uns in den Arm. Das Wasser lief langsam raus.

Dann saßen wir wieder stumm da und guckten uns an. Er: "Komm, wir machen eine neue!" Meine Lippen bebten. "Es gibt keine zweite, sie war einmalig!", sagte ich heulend und schrie laut nach ihr. Er drückte mich fest und sagte: "Wir schaffen das, du bist nicht allein!" Das gab mir irgendwie Kraft und sagte: "Will Pfannenkuchen!" Er grinste und fragte, ob er sich vorher ausziehen soll oder so bleiben kann. Ich: "Bleib so, bitte!" Er: "Aber du ziehst dir was frisches an, hast blaue Lippen!" Ich nickte mit dem Kopf und dann stieg er raus und ging zur Küche.

Nachdem ich mich umgezogen hatte und in die Küche ging, stand er wirklich mit seinem nassen Anzug am Herd und machte die Pfannenkuchen. Ich umarmte ihn von hinten und sagte ihm wie sehr ich ihn liebe. Nach dem ersten Kuchen zog er sich aber auch schnell um und wir kuschelten uns auf dem Sofa.

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