Saustall
(04.01.2026)
| Langsam kehrte Ruhe bei uns ein: Unsere Nichte Lara (bald 10) war wieder bei
ihrer Mutter und Hannahs gleichnamige beste Freundin und Stammgast (14)
schlappte mit Hannah irgendwo draußen im nasskalten Schneematsch rum und
wollte dann direkt heim, morgen ist ja wieder Schule. Als ich an Hannahs
Zimmer vorbeiging, roch es durch die Tür hindurch eklig. Nicht wie sonst
nach Zigaretten und Mädchenschweiß, sondern richtig eklig. Vermutlich
hatten die beiden tagelang nicht gelüftet. Normalerweise betrete ich die
Müllhalde von Hannah nicht, aber nun musste ich doch mal nachsehen. Das
Zimmer sieht immer schlimm aus, diesmal aber traf mich der Schlag. Alles
durcheinander, überall nasse und schmutzige Klamotten und Unterwäsche
von Hannah und Lara, die Kleiderschranktür offen und die sauberen Sachen
rausgezerrt und davor geschmissen. Einige Wäschestücke, unter anderem
ein erst Anfang Dezember gekaufter Pullover, schimmelten schon vor sich
hin, was den seltsamen Geruch erklärte. Dazwischen vergammelte
Essensreste, Pizzakartons, Zigarettenasche und -stummel. Das Bett nass
und fleckig, mit Brandlöchern in den Bezügen und es roch als hätte
jemand öfter reingepinkelt. Hannahs Schulrucksack offen, alles
rausgezerrt und die Schulsachen unter dem ganzen Müll verteilt. Ich
musste mich halb übergeben und wollte erst Handschuhe holen und alles
aufräumen und die Wäsche rausholen, ließ es aber. Soll sie selber
machen. Ich ging also wieder raus und um den Geruch loszuwerden direkt
mit allem was ich anhatte (Jogginghose, T-Shirt, Hausschlappen,
Unterwäsche) unter die Dusche. Als ich fertig war, kam Hannah gerade heim und ins Bad und ich sprach sie auf den Gestank und den ungesunden Schimmel an. Sie versprach aufzuräumen und mir beim Wäsche waschen zu helfen. Bin gespannt. |