Nach der Tagesklinik

(.03.2026)

Nur soviel: Zurzeit besuche ich (Lis, 25) eine Tagesklinik. Fast jeden Tag, wenn ich heimkomme lege ich mich, so wie ich gekleidet bin in die Badewanne und bleibe stundenlang drin. Hannah (wird in wenigen Tagen endlich 14) und mein Mann (41) machen ihr Ding und wir alle sind kaum daheim. Soweit, so langweilig, deswegen schreibe ich auch nix auf.

In der Tagesklinik habe ich jemand kennen gelernt. Sie ist 21 und ähnlich psychisch belastet wie ich und wir unterhielten uns dort gut und viel und sind öfter mal einen Kaffee zusammen trinken gegangen. Irgendwann hab ich ihr erzählt, das ich, wie auch meine Familie gern mal in Kleidung baden und schwimmen gehe. Auch erzählte ich, dass es mir psychisch gut tut, dies zu machen. Eines Tages kam sie an und meinte, sie habe es zuhause auch mal probiert und sei zunächst mit extra angezogener Leggins und T-Shirt, dann so wie sie in der Tagesklinik war in Jeans und Langarmshirt in ihre Wanne gegangen. Und ja, es hätte ihr irgendwie gefallen und gut getan, sich besser bzw. weniger schlecht zu fühlen.

Da lud ich sie ein, mal zu uns zu kommen, dann könnten wir ja mal zusammen in den kleinen Pool bei uns gehen. Sie zögerte, sagte dann aber zu. Neulich nach der Klinik ging sie dann mit mir mit. Vor der Haustür trafen wir Hannah, wie immer tief schwarz gekleidet und auch so geschminkt, wie sie gerade bei irgend einem Typen auf die Simson steigen und wegfahren wollte. Sie sah uns nur wortlos an, grüßte kurz, zog den Moped Helm auf und die beiden fuhren davon.

Ich schämte mich ein wenig, meiner Begleiterin unser Haus zu zeigen, ich räume und putze im Moment nicht so wie sonst und die anderen beiden sowieso nicht und entsprechend unordentlich und unsauber ist es. Das Chaos, das sonst in Hannahs Zimmer herrscht, hat sich nun im ganzen Haus verbreitet, herumliegende nasse und trockene Kleidung inklusive.

Larissa, so heißt meine Freundin, meinte, das sei in Ordnung und bei ihr sähe es noch schlimmer aus, weil sie wegen ihrer Depression seit Monaten nicht aufgeräumt und sauber gemacht hat, und wir stapften durch das Chaos. Hannah hatte mir den Pool angestellt, so dass das Wasser schön warm war und in der Frühlingssonne dampfte.

Larissa blieb vor dem Pool stehen und sah mich mit großen Augen an. Ich bot ihr erst mal einen Kaffee an und sie nahm dankbar an. Wir tranken einen Kaffee und rauchten eine und unterhielten uns auf den kalten Terrassenstühlen. Irgendwann fröstelte sie und ich meinte wir könnten uns ja im Pool aufwärmen. Sie lächelte und tat so als hätte ich das nicht ernst gemeint. Irgendwie hatte sie noch Hemmungen mit mir in den Pool zu gehen.

Also ging ich allein in Sneakers, Jeans, Bluse und Lederjacke zum Pool und stieg direkt hinein. Sie machte große Augen und sah mir mit offenem Mund zu. Dann trat sie zögerlich an den Pool heran. Sie sah mir zu wie ich bis zum Hals im Wasser sitze und hielt sich die Hände vor den Mund, atmete tief durch. "Komm rein, ist schön warm" lockte ich. Sie brachte den Inhalt ihrer Hosentaschen zum Terrassentisch und kam zurück zum Pool, zog ihre Sneaker aus. In Socken und Jeans stieg sie dann ins knietiefe Wasser, erst ein Bein, dann ein anderes "was mach ich da" schrie sie halb. Dann ließ sie sich mitsamt Langarmshirt und Jeansjacke gegenüber von mir ins Wasser nieder. Dann lehnte sie sich an und entspannte, sagte eine Weile nichts. Schön sah es aus, ihre glänzende Jacke und das schwarze Shirt auf ihrem Körper. Aber ich ließ mir das nicht anmerken wie sehr mir das gefiel. "Und? Wie ist es?" fragte ich nur und sie begann zu schwärmen. Immer wieder strich sie über den nassen Stoff, hob ihr Bein raus, strich über die dunkle Jeans. Ich sah ihr zu und unterdrückte meine Erinnerungen und Gefühle und ließ sie machen. Irgendwann rutschte sie neben mich und strich unter Wasser über mein mit Jeans bedecktes Bein. Mir wurde ganz anders und wir sahen uns in die Augen. Sie kam mir immer Näher, dann brach sie den Augenkontakt plötzlich ab. Vorsichtig legte ich ihr meinen tropfnassen Arm um die Schulter und zog sie ein wenig an mich ran. Sie lehnte sich an mich und weinte. Ich ließ sie machen und so saßen wir was weiß ich wie lange, meist schweigend, denn ich wusste nicht so recht was ich sagen sollte.

Irgendwann hörte ich ein Moped knattern und kurz darauf kam Hannah um die Ecke, in schwarzen Stiefeln, schwarze Jeans, schwarzer Pullover oder Hoodie und schwarze Steppjacke. "Oh ihr hier... stör ich" fragte sie und grinste als sie uns da im Wasser sah. "Ich so nein" und Larissa setzte sich gerade hin, ein Stück weg von mir und winkelte ihre Beine an murmelte "nein". "Magst mit rein kommen?" fragte ich und das ließ sich Hannah nicht zweimal sagen. Wie sie war stieg sie ohne zögern zu uns und sah uns fragend und erwartungsvoll an. Larissa staunte, als sie Hannah so zusah und ich musste grinsen "Ja, so ist sie halt" meinte ich nur. Dann stellte ich Hannah und Larissa einander vor.

Kurz darauf stand Larissa auf und wollte raus. Ich fragte sie, ob ich ihr ein Handtuch oder vielleicht Wechselsachen holen soll und sie meinte nur hastig "Nein" und kramte ihre Sachen zusammen und verschwand nass wie sie war. "Ich glaub die steht auf dich" meinte Hannah nur zu mir und setzte sich dahin wo Larissa gesessen hatte und kuschelte sich an mich.

Ich antwortete ihr und wir unterhielten uns nach längerer Zeit auch mal wieder richtig entspannt und über alles mögliche. Irgendwann sind wir raus, nass wie wir waren hoch ins Bad und haben uns dort geduscht und aus- und umgezogen. Sie liebt es immer noch wenn ich ihr die Haare wasche, kämme und Föne. 

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