Trauriger Muttertag

(10.05.2026)

Muttertag fiel ja dieses Jahr auf einen Sonntag. Es ist immer ein trauriger Tag für Hannah (14) und mich (25). Für mich weil ich ja seit Jahren keinen Kontakt mehr zu meiner Mutter habe und es auch nicht fertig bringe, sie mal auch nur anzurufen und Hannah, weil sie ja ihre Mama früh verloren hat und seither bei mir aufwächst. Entsprechend zickig war sie Sonntag morgen und nach dem Frühstück stand sie wortlos auf und verließ das Haus, ohne das ich wusste wohin.

Abends dann war sie noch nicht zurück und Hannahs Freundin Luna (15) rief mich an, was sehr ungewöhnlich ist. Hannahs Handy war aus, sie hatte sich nicht gemeldet und war nicht erreichbar und das war sehr ungewöhnlich. Kurzum, die sonst so abgebrühte Luna machte sich Sorgen. Sie kam zu mir und wir machten uns auf die Suche. Im strömendem Regen fuhren wir in der Stadt umher, dann hatte ich eine Idee. Wir fuhren zum Friedhof und dort, am Grab ihrer Mama, fanden wir Hannah. Sie kniete in Jeans und schwarzem Hoodie, völlig durchnässt in einer Pfütze vor dem Grab und weinte bitterlich.

Luna und ich, bald auch völlig durchnässt, gingen langsam näher ran und knieten beide neben Hannah nieder. Einige Minuten knieten wir so einfach nur nebeneinander und auch ich heulte mit, Hannahs Mama hatte ja auch mir unendlich viel bedeutet. Schließlich kuschelte sich Hannah in meinen Arm und ließ sich trösten. Luna stand irgendwann auf und ging und Hannah und ich blieben da noch eine Weile, weil aber Hannah völlig unterkühlt war vom Regen, standen wir dann auf und fuhren schweigend nach Hause. Dort stellte ich Hannah schnell unter die warme Dusche und spülte sie, samt Hoodie, Jeans und Sneakern, warm ab. Als sie wieder weinte, nahm ich sie in die Arme und wir ließen uns beide von der warmen Dusche weiter nassregnen. Irgendwann beruhigte sie sich und wir saßen nass in der laufenden Dusche und redeten. In den nun warmen nassen Sachen kuschelten wir uns dann auch ins Bett, weil Hannah nicht allein sein wollte. Ich quartierte Thomas ja schon vor Wochen auf die Couch aus. Die ganze Nacht sah ich ihr zu wie sie da in ihren nassen Sachen friedlich schlief. Am Morgen war sie wieder ganz die alte, stand pünktlich auf, zog trockene Sachen an, brachte ihre Haare in Form und fuhr zur Schule oder wohin auch immer.

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